3 klassische Tradingfehler

 

1. Sich gegen den Trend positionieren. Leerverkaufen in einem Bullenmarkt und kaufen in einem Bärenmarkt sind für viele Trader offensichtlich natürliche Reflexe. Gefährlich sind sie allerdings auch. “Der Markt ist so weit gestiegen, er muss jetzt wieder nach unten gehen”, ist wohl das  schlechteste Gefühl, auf das man einen Trade aufbauen kann. Gegen den Trend zu handeln, ist ein verlustreiches Vorhaben. Um die grauen Zonen im nachfolgenden Schaubild genau zu erwischen, muss der Leerverkäufer seinen Ein- und Ausstieg perfekt timen. Dies zu schaffen ist quasi unmöglich. Selbst wenn es gelingen sollte sind die potentiellen Gewinne viel kleiner als angenommen.
 

Trendverlauf Schema

 

Der Käufer im Bullenmarkt wird von der Welle getragen. Für ihn ist das Timing des Trades weniger wichtig. Die möglichen Gewinne sind aber umso höher.
 

 

2. Positionen einnehmen, welche die Kontogröße sprengen. Dies umfasst:

a. Zu große Positionen einnehmen
b. Zu große Verluste realisieren
 
Beide Fehler werden von der Gier verursacht, möglichst schnell und möglichst viel gewinnen zu wollen. Trading ist ein Marathon. Angenom-men Sie haben 10.000 EUR und Ihr Gewinnziel für das Jahr beträgt +40%. Dies sind dann lediglich 27 EUR pro Tag bei vorausgesetzten 150 Handelstagen pro Jahr. Die Positionsgröße sollte sich folglich nach der Performance Erwartung richten. Sie brauchen keine große Position, wenn Ihr tägliches Gewinnziel zwischen 20 und 100 Euro liegt.
 
Der mögliche Verlust ist ebenfalls eine Variable des gesteckten Gewinnziels. Der maximale Verlust sollte höchstens die Hälfte des Gewinnziels betragen. Wenn Sie mit 100 EUR Gewinn rechnen, ist ein Risiko von 200 EUR zu hoch. Um 100 EUR zu gewinnen, sollten Sie höchstens 50 EUR riskieren. Keine Strategie generiert ausschließlich gewinnbringende Trades. Die besten Trader haben in etwa 60% positive und 40% negative Trades. Sie sollten jederzeit mit mindestens 50% Verlusttrades rechnen. Es ist besser, Verlusttrades schnell zu schließen. Dies generiert nur kleine Verluste und garantiert eine längere Erhaltung der Kapitaldecke. Umgekehrt sollten Sie von einem Gewinn-Trade soviel wie möglich Rendite mitnehmen.
 

 

3. Positionen einnehmen ohne eine Trading Strategie. Viele Anfänger empfinden Trading als Stress. Stress ist die Folge von mangelndem Selbstbewusstsein, sprich nicht zu wissen, was wann gemacht werden muss. Mit einer oder mehreren Tradingstrategien zu arbeiten, reduziert den Stress.

Eine Tradingstrategie kann einfach sein. Sie brauchen keine Strategie zu erfinden. Es gibt unzählige Strategien, die öffentlich zugänglich sind. Eine Tradingstrategie gibt zu jeder Zeit Antwort auf drei entscheidende Fragen: (1) Wann wird eine Position eröffnet, (2) Wann wird die profitable Position geschlossen und 3)  Wie begrenze ich den Verlust. Eindeutige Antworten zu diesen Fragen reduzieren den Stress ungemein.

Eine Trading Strategie ist ähnlich der Straßenverkehrsordnung. Wenn Sie fahren,  bewegen Sie sich sehr schnell inmitten anderer Verkehrsteilnehmner in einem Metallgehäuse, das zwei Tonnen wiegt. Trotzdem empfinden Sie so gut wie keinen Stress. Warum? Sie kennen die StVO! Diese sagt Ihnen jederzeit, worauf Sie achten  müssen. Rote Ampel : Halten!. Grüne Ampel: Fahren! Eine Trading Strategie hat exakt dieselbe Funktion.
 

 

 

 

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