Draw downs, ein notwendiges Übel?

Verlustserie kehrt zurück

Jeder Trader kennt das Phänomen und jeder Händler spricht nicht gerne über sich selbst: Die immer wieder in regelmäßigen Abständen auftretenden Draw Downs (Verlustserien), die zu einem Handelssystem dazu gehören. Jedes System, egal, wie gut und robust es auch ist kennt Phasen, in denen es mehr verliert als gewinnt. In dieser Phase geht das Tradingkapital zurück.

Ein Händler mit einem guten Start

Angenommen, ein Händler beginnt mit 10.000 $ Kapital, und hat einen guten Start. Er kann in ein paar Wochen sein Kapital aufstocken auf 13.500 Euro. Doch plötzlich tauchen ein paar Verlusttrades auf und ein paar Tage später hat er nur noch 12.600 € auf dem Konto. Und es kommt noch schlimmer. Letztlich bleiben von den ursprünglich 13.500 € nur noch 11.900 € übrig. Der Händler ist immer noch im Gewinn aber die Verlustserie (Drawdown-Phase) hat einen Teil seiner Gewinne wieder an den Markt abgegeben.

Die Methode funktioniert nicht mehr

Ist der Händler nun plötzlich schlechter geworden? Möglich. Aber nicht zwingend. Ursachen für Rückschläge sind in der Regel externe Faktoren, wie z.B. eine Änderung in der Performance der Basiswerte, welche der Händler in der Regel handelt. Bei vielen Händlern verursacht diese Phase starke Unruhe und große Zweifel. Es kann passieren, dass die Händler das Gefühl bekommen, dass ihre Strategie nicht mehr funktioniert.

Draw Downs sind notwendig

Das ist die negative Seite der Drawdowns, aber es gibt auch eine positive Seite. Draw Downs sind nicht nur ein notwendiges Übel, welches zum Trading dazugehört. Wissenschaftliche Studien haben eindeutig gezeigt, dass Drawdowns sogar notwendig sind, um in der Lage zu sein, profitabel zu traden. Empirische Untersuchungen zeigen, dass selbst Drawdowns von 20% oder mehr in einem konservativ verwalteten Portfolios des öfteren vorkommen.

Eine wichtige Kennziffer

Jeder Entwickler eines automatisierten Handelssystems versucht den maximalen Drawdown seines Systems mithilfe von Backtests vorher zu finden. Er weiß zumindest theoretisch, wie groß eine potenzielle Verlustserie seines Systems sein kann. Der maximale Verlust ist eine Identifikationsnummer, die dem Händler Informationen über die Risiken liefert, die er beim Traden eingeht.

Überprüfen der Drawdowns

Wenn der Händler nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch weiss, dass Drawdowns einen wichtigen Teil seines Handelssystems darstellen, dann ist er bereit für den nächsten Schritt: Trading ist nämlich in erster Linie das Steuern des Drawdowns! Für viele Anfänger wahrscheinlich eine unerwartete Schlussfolgerung ... sind sie doch immer davon ausgegangen, dass Trading soviel heisst wie Aufregung, spannende Strategien, Gewinnstreben usw.

Profis denken anders

Ein professioneller Trader denkt hierüber offenbar anders und versucht für jeden Trade das Risiko wieder aufs Neue zu bewerten, um dann eine Entscheidung treffen zu können. Trading kann durchaus definiert werden als die Kunst, Drawdowns einzuschätzen und diese in einer richtigen Art und Weise zu kontrollieren. Und wer diese elementare Regel beherrscht kann dann auch mit mehr Enthusiasmus an das Chartstudium gehen.

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