Eine Trading-Strategie – ROCEMA

ROCEMA ist eine Daytrading-Strategie, die in verschiedenen Zeiteinheiten angewendet werden kann. ROCEMA steht für Rate of Change und Exponential Moving Average. Überdies gibt es die ROCEMATrend-Strategie, die eine Weiterentwicklung ist. Wir haben die Version getestet die in der WHS FutureStation integriert ist.

AEX, 15-Minuten-Chart

ROCEMA Trading Strategie

In diesem Beispiel im holländischen Index AEX, für die die Strategie auch ursprünglich entwickelt wurde, sehen wir wie der ROCEMA Indikator ein Long-Signal generiert (grüne Pfeil). Dies geschieht sobald der Indikator die Nulllinie von unten nach oben durchkreuzt (grüner Pfeil im Twin Chart). Die ROC ist also entweder positiv oder long oder negativ oder short. Eine weitere Bedingung muss allerdings erfüllt sein, damit das Signal gültig ist. Wir sehen, dass der Hintergrund des Charts grün gefärbt ist. Dies ist das Ergebnis des Krümmungsgrades des 100 Exponential Moving Average. Erst wenn der Kurs oberhalb des EMAs liegt, ist der Trend bullisch. Wenn nicht, wird keine Position gekauft.

Das Gleiche gilt natürlich für Shortsignale (roter Pfeil) Auch hier müssen beide Bedingungen erfüllt sein: roter Hintergrund (Kurs unter EMA 100) und ROC schneidet die Null-Linie von oben nach unten.

Im AEX arbeitet das System mit einem Kursziel von 10 Punkten. Allerdings kann die Position früher geschlossen werden wie in den obigen beiden Beispielen (blaue Felder), wenn sich die Farbe des ROC-Indikators ändert. Dies ist in der Regel eine Indiz dafür, dass sich der aktuelle Trend abschwächt oder gar dreht.

AEX Equity Chart

ROCEMA Trading Strategie Resultat

Im Backtest ergab die ROCEMA-Strategie seit 2005 durchaus ein positives Ergebnis. Wir sehen allerdings auch hier, dass die mangelnde Volatilität an den Märkten in den letzten zwei Jahren (2013-2014) die Equity Curve etwas abflachen ließ. Die blaue Unterstützungslinie im Chart sollte also besser nicht nach unten durchbrochen werden, denn dann würde die Strategie anfangen zu underperformen.

Volatilität und Ergebnisse AEX

ROCEMA

Wir wollten an Hand der Ergebnisse der letzten Wochen mal sehen, ob sich eine Korrelation zwischen Performance und Marktvolatilität (Ergebnis-Balken oben, VIX-Indikator unten) herstellen lässt. Unsere Untersuchung kann zwar streng genommen statistisch nicht wirklich relevant genannt werden, aber die Tendenz scheint uns unübersehbar: sobald die Volatilität steigt (grüne Zone) tauchen auch die größeren Gewinner auf (längere blaue Balken). Ist die Volatilität dagegen schwach (rote Zone) tauchen vermehrt Verlierer auf und die großen Gewinner bleiben aus.  Der Trader könnte also die Volatilität als zusätzlicher Filter in die Strategie mit integrieren.

Wir haben die ROCEMA-Strategie auch im DAX und im CAC40 getestet, aber hier waren die Ergebnisse, zumindest für die beiden letzten Jahre, eher enttäuschend. Vor allem die schwache Trefferquote verhagelte hier das Resultat.

Einen Kritikpunkt haben wir dennoch: die ROCEMA arbeitet ohne Stop-Loss-Order und verlässt sich (zumindest beim automatischen Traden) auf das automatische Schließen der Position bei der Farbveränderung des Indikators. Dies mag in den meisten Fällen durchaus gut funktionieren, dennoch waren gelegentliche sehr große Verlierer zu beobachten, die das Ergebnis natürlich stark belasten.

Fazit:

Die ROCEMA ist eine einfach zu begreifende Strategie, die wir durchaus auch Trading-Anfängern gerne empfehlen. Sie scheint in diesem Augenblick vor allem auf dem AEX gut zu funktionieren. Vom DAX oder CAC40 raten wir eher ab. Wir möchten aber auch vor dem fehlenden Stop-Loss warnen und empfehlen, eher auf das Traden dieser Strategie zu verzichten, wenn der VIX-Indikator sehr niedrig ist.

 

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