Kakao, ein richtiger Bullenmarkt?

Ein stark fragmentierter Markt

Kakao ist ein schwierige Anbaupflanze. Sie wächst nur etwa zehn Breitengrade nördlich und südlich des Äquators. Und im Gegensatz zu den meisten anderen agrarischen Rohstoffen, die stark industrialisiert sind, wird Kakao hauptsächlich von kleinen Familienunternehmen in Westafrika und Asien angebaut. Dürren, Krankheitsbefall und staatliche Preiskontrollen haben aber dazu geführt, dass die Produzenten die Nachfrage neuerdings nicht mehr decken konnten. Demzufolge ist der Preis des Kakao-Futures an der ICE seit 2013 von 2000 $ bis auf 3000 $ gestiegen.

Ein ehemaliger Banker baut nun Kakao an

Dennis Melka, ein früherer Banker der Credit Suisse, zog daraus die Konsequenzen und baut seit 2012 eine Kakao-Farm im nördlichen Peru auf.  In Südamerika gibt es ausreichend Land und ausserdem günstige Konditionen. Die Pflanze kommt im übrigen ursprünglich aus dieser Region. Kakao war unter den Azteken als der Trunk der Götter bekannt. Die spanischen Konquistadoren brachten sie schließlich nach Europa.  United Cocoa, Melkas Unternehmen, erwartet im zweiten Halbjahr 2015 die erste Ernte auf einer Fläche von 3250 Hektar. Zum Vergleich: eine typische Farm in Afrika hat eine Größe von 2 bis 4 Hektar. Damit würde United Cocoa zum ersten wirklichen (und börsennotierten) Global Player in der Kakao-Industrie aufsteigen. Melka  möchte natürlich den westafrikanischen Kleinbauern Marktanteile abgewinnen und schielt auf die grossen Verarbeiter wie Cargill, Barry Callebaut und Olam International.

Die Nachfrage steigt jährlich

Die Nachfrage nach der süssen Bohne ist ausserdem stabil. Sie steigt seit 2008 mit 3 % jährlich. Wie zu erwarten sind es weniger die Europäischen Märkte die das Wachstum beflügeln. Es sind vor allem die neuen Mittelschichten in China, Indien und Brasilien die die Vorzüge der Cacao-Bohne zu schätzen gelernt haben.

Unsicherheit in Westafrika

Dennoch ist die Zukunft der Kakao-Produktion ungewiß. Mag die globale Nachfrage durch einen grösseren Schokoladenhunger in Asien steigen, auch die Produktion kennt jährliche Zuwächse von 3,5 %. Die Rohstoff-Analysten der Commerzbank gehen von daher eher von Preisen etwas über die 2000 $ für 2015 aus. Dennoch existieren weitere Unsicherheitsfaktoren wie etwa die Folgen der Ebola-Epidemie in Westafrika. Instabilität in Ländern wie Liberia und Sierra Leone könnten negative Folgen haben für die Elfenbeinküste, die für gut 40 % der Weltproduktion zuständig ist. „Der Markt wächst stärker als Afrikas Lieferfähigkeit“, fasst Melka die aktuelle Lage auf dem Kakao-Markt zusammen.

Angebotsdefizit?

Die Internationale Kakao-Organisation ICCO geht für das laufende Anbaujahr von einem Angebotsdefizit von 100.000 Tonnen aus. Aber der Süsswarenhersteller Mars sagt für 2020 gar eine Lücke von einer Million Tonnen voraus. "Die Nachfrage nach Schokolade wird sich schlichtweg nur erhöhen", meint Victoria Crandall, Rohstoffanalystin der Ecobank in Abidjan in der Elfenbeinküste. "Mittel- bis langfristig ist das ein starker Bullenmarkt."

Cacao-Future, Wochenchart

Cacao PreisQuelle: finviz.com

Nach dem Hoch von 2011 bei knapp 3800 $ pro Ton korrigierte der Kakao-Future 2012-2013 und stabilisierte sich auf einem Niveau von ca 2000 $. Seitdem steigt der Preis wieder und steht jetzt erneut vor der 3000 $-Schwelle.  Der Peak von 2011 war aber nicht das Alltime High. Dies wurde 1977 mit 5300 $ erreicht.

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