So funktionieren CFDs: CFD vs. Aktie

So funktionieren CFDs: CFD vs. Aktie

 

Im Grundlagen-Artikel zu CFDs haben wir das Margin-Prinzip angesprochen. Die Margin ist eine Sicherheitsleistung, die der Trader für seine Position beim Broker hinterlegt. Da diese Margin deutlich geringer als der eigentliche Positionswert ist, ergibt sich daraus ein Hebeleffekt.

 

Gehen wir zum Beispiel von einer Margin von 10 Prozent aus. Ein Trader möchte bei einer Aktie auf steigende Kurse setzen, die gerade bei 100 Euro notiert. Um nun 100 Stück dieser Aktie zu kaufen, bräuchte er beim klassischen Aktienhandel 10.000 Euro freies Kapital. Handelt er dagegen Aktien-CFDs, wäre nur eine Margin in Höhe von 10 Prozent, also 1.000 Euro, notwendig.

 

Die restlichen 90 Prozent der Position finanziert der Broker. Hierfür fallen Finanzierungskosten an, die wir im nächsten Artikel zu CFDs genauer betrachten. Im Ergebnis bleiben dem Trader 9.000 Euro für das Eröffnen weiterer Positionen.

 

Das Beispiel zeigt: Aus der Margin ergibt sich als Kehrwert der Hebel. Die Höhe der Sicherheitsleistung ist abhängig vom jeweiligen Basiswert und variiert je nach Broker. In der Regel sind die Margin-Sätze für Indizes und Währungen deutlich niedriger als für Aktien.

 

Nehmen wir an, die Aktie im Beispiel steigt auf 110 Euro. Bei 100 Aktien entspricht der Gewinn also 1.000 Euro. Der klassische Aktien-Trader hat damit eine Rendite von 10 Prozent auf das eingesetzte Kapital (10.000 Euro) erzielt. Bezogen auf die hinterlegte Margin (1.000) Euro beträgt die Rendite des CFD-Traders dagegen 100 Prozent, also entsprechend des Hebels das 10-Fache.

 

CFD-Trading hat noch einen Vorteil gegenüber dem reinen Aktienhandel. Möchte der Trader auf fallende Kurse setzen, so ist dies analog zum gerade beschriebenen Beispiel möglich (mit wenigen Ausnahmen). Um 100 Stück unserer Beispiel-Aktie „leer“ zu verkaufen, sind bei einer Margin von 10 Prozent ebenfalls nur 1.000 Euro zu hinterlegen. Im reinen Aktienhandel wären weder der Hebel noch das Eingehen einer Short-Position ohne weiteres möglich.

 

Zusammengefasst bedeutet das: Durch das Margin-Konzept wird nur ein kleiner Teil des Kapitals in einer Position gebunden. So können Trader auch mit kleinem Konto mehrere Positionen gleichzeitig handeln, die ansonsten ihre Kaufkraft deutlich übersteigen würden.

 

Allerdings sind CFDs nur für risikobewusste, spekulativ handelnde Marktteilnehmer geeignet. Vor allem sollte man sich im Vorfeld der erhöhten Risiken bewusst sein. Denn die tatsächliche Verantwortung des Traders beläuft sich nicht nur auf die Margin, sondern stets auf den gesamten Positionswert.

 

Ist die Margin aufgebraucht, muss der Trader weitere Mittel nachschießen. Fällt unsere Beispiel-Aktie von 100 auf 90 Euro (Long Trade), ist die 10-prozentige Sicherheitsleistung aufgebraucht und wir müssen weitere Margin leisten. Im Extremfall geht das so lange, bis die Aktie auf null fällt. Wer also den Trade bei Verlusten nicht glattstellt, kann viel mehr als nur die anfangs gezahlte Margin verlieren.

 

Im Extremfall können die Verluste sogar den Wert des Kontos übersteigen. Dann kommt es zum „Margin Call“. Dies kann vor allem dann passieren, wenn sich mehrere Positionen gleichzeitig sehr ungünstig entwickeln. Kommt der Trader dem Margin Call nicht nach, indem er frisches Kapital nachschießt, wird der Broker die entsprechenden Positionen auflösen. Das Eintreten dieses Szenarios muss durch professionelles Risikomanagement um jeden Preis ausgeschlossen werden.

 

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Margin Dax

B1) Margin beim DAX

Das Orderticket zeigt eine Limit-Kauforder für den DAX-CFD zu 9900 Punkten. Statt des vollen Positionswerts sind lediglich 2 Prozent Margin – also 198 Euro – zu hinterlegen. Dies entspricht einem Hebel von 50. Dennoch trägt der Trader über die Margin hinaus Verantwortung für die volle Position und muss dies im Risikomanagement unbedingt beachten.

Quelle: WH SelfInvest, Nano Trader

 

 

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