Tipps aus Trader-Interviews: Deron Wagner

Deron Wagner wurde in TRADERS´ 08/2012 interviewt. Er hat Ende der 1990er Jahre mit dem Trading angefangen und entwickelte sich über zwischenzeitliche Höhen und Tiefen in seiner Karriere zum professionellen Swing Trader. Im Jahr 2002 gründete er Morpheus Trading, wo er zum Zeitpunkt des Interviews neben der Vermögensverwaltung auch Ausbildungsinhalte für eigenverantwortliche Trader sowie einen täglichen Newsletter angeboten hat. 

In diesem Review fassen wir kurz die interessantesten Punkte aus dem Interview zusammen: 

1)       Immer klare Stopp-Loss-Orders setzen. Man muss stets auf das Unerwartete vorbereitet sein und darf nie davon ausgehen, dass eine Aktie nicht noch tiefer fallen kann, nur weil sie schon „überverkauft“ ist.

2)       Gleitende Durchschnitte wie die 50- und 20-Tage-Linie zeigen gute Level an, um Einstiege in Retracements zu finden. Zum Beispiel ist nach einem deutlichen Ausbruch der erste Rücksetzer auf die 20-Tage-Linie eine Long-Gelegenheit, da hier mitunter der Trend sofort wieder aufgenommen wird.

3)       Stopps sollten nicht zu knapp an Widerstands- und Unterstützungslevels liegen. Oft gibt es hier Fakeouts, die stattdessen sogar eine Einstiegsgelegenheit bieten. Liegen die Kurse dagegen ein bis zwei Tage außerhalb dieser Levels, handelt es sich wohl um einen echten Durchbruch.

4)       Es gibt Muster, die institutionelles Kaufinteresse erkennen lassen. Zum Beispiel, wenn an Tagen mit steigenden Kursen ein überdurchschnittliches und an Tagen mit fallenden Kursen ein unterdurchschnittliches Volumen auftritt. Umgekehrt sind bei Short-Positionen Tage mit hohem Abwärtsvolumen nahe der lokalen Hochs ideal. Nach einem erfolgten Sell-Off sind hohe Abwärtsvolumina dagegen eher ein Zeichen für verdeckte Käufe.

5)       Wenn sich die großen Indizes in klaren Trends bewegen, sind Pullback-Einstiege bei Aktien und ETFs besser als Ausbrüche. Befindet sich der Markt dagegen in einer Konsolidierung, bieten Ausbrüche die besseren Trades, da sie die Wiederaufnahme des Trends anzeigen. Bei Pullback-Einstiegen kann man Positionen sukzessive auf- und abbauen. Beim Handel von Ausbrüchen ist es oft besser, von Anfang an mit voller Positionsgröße dabei zu sein.

6)       80 Prozent der Gewinne stammen aus 20 Prozent der Trades. Oft ist es bei unklarer oder widersprüchlicher Signallage das beste, nichts zu tun und „auf den Händen zu sitzen“. Das gilt vor allem dann, wenn Signale, auf die man sich sonst verlassen kann, plötzlich nicht funktionieren.

7)       Man sollte versuchen, „in seiner eigenen Welt zu leben“. Das bedeutet, weniger von dem zu lesen, was aus den Medien oder von anderen Tradern stammt. Nicht selten hat es negative Auswirkungen, sich zu sehr mit den unterschiedlichen Analysen und Meinungen der anderen zu befassen. Es kann dazu führen, die eigene Analyse anzuzweifeln.

8)       Keiner ist schlauer als der Markt. Oft sind die Märkte mehr von Emotionen als Logik gesteuert, sodass selbst die intelligentesten Menschen nicht unbedingt gute Trader sind. Trading wird stark von psychologischen Faktoren beeinflusst. Das Verständnis für Emotionen wie Angst und Gier ist der Schlüssel zur Interpretation der Technischen Analyse. Chartmuster sind letztlich nur eine Art und Weise, menschliche Emotionen zu erfassen, die sich seit tausenden von Jahren kaum verändert haben.

9)       Für Anfänger ist es ideal, mit einem kleinen Echtgeldkonto zu handeln. So sammeln sie Erfahrungen, bei denen echte Emotionen im Spiel sind. Reines Paper- oder Demo-Trading ist dagegen zu neutral und bietet einen geringen Lerneffekt.

 

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