Tipps aus Trader-Interviews: Larry Connors

Larry Connors wurde in TRADERS´ 02/2013 interviewt. Er ist Gründer von Connors Research und gilt als einer der führenden Experten in der Trading-Industrie. Seine Einschätzungen basieren auf umfangreichen Backtests von Handelsstrategien und statistischer Evaluierung. Sein Buch „Street Smarts“, das er im Jahr 1996 zusammen mit Linda Raschke veröffentlichte, ist einer der Klassiker unter den Trading-Büchern des 20. Jahrhunderts. 

In diesem Review fassen wir kurz die interessantesten Punkte aus dem Interview zusammen: 

1)       Der Relative Stärke Index (RSI) von Welles Wilder ist ein sehr nützliches Konzept. Aus Sicht von Larry Connors ist der RSI in der Einstellung über zwei Perioden sogar der beste Einzelindikator im Trading.

2)       In Screenings nach guten Aktien-Setups macht es Sinn, Pennystocks und andere hochvolatile, unberechenbare Werte außen vor zu lassen. Zudem sollten die zu handelnden Aktien über ausreichend hohe Liquidität und entsprechend enge Bid-Ask-Spreads verfügen.

3)       Bei einem deutlichen Abverkauf gegenüber dem Schlusskurs von gestern, nach dem sich der Kurs bis zum Ende des Handelstages kaum erholt, ist mit weiteren Kusrverlusten am Folgetag zu rechnen. Gibt es dann erneut einen starken Intraday-Abverkauf, so stellt dies oft eine Übertreibung dar, wenn die Bewegung mit Panikverkäufen einhergeht.

4)       Systematische Handelsstrategien ohne Stopps sind in der Regel erfolgreicher. Backtests zeigen ganz klar, dass eine Aktie im Durchschnitt umso wahrscheinlicher eine Trendwende ausbildet, je weiter sie gefallen ist. Viele Positionen, bei denen der Stopp erreicht würde, drehen daher später noch in den Gewinn. Diese entgangenen Gewinne wiegen schwerer als die wenigen großen Verluste.

5)       Trader können alternativ mit im Geld liegenden Optionen arbeiten. Hier ist das Risiko auf die gezahlte Prämie begrenzt, sodass es einen „automatischen“ Stopp-Loss gibt.

6)       Statt eine Position direkt in voller Größe zu eröffnen, kann man Scaling nutzen. Dabei wird eine Position zum Beispiel schrittweise zu 20, 30 und 50 Prozent eröffnet. Alternativ sind vier Schritte von 10, 20, 30 und 40 Prozent denkbar. Dies eignet sich vor allem für ETFs, da hier früher oder später fast immer ein Pullback kommt. Bei Aktien kann Scaling dagegen riskant sein, da man mit voller Positionsgröße dabei ist, wenn der Kurs immer weiter fällt und der Pullback ausbleibt.

7)       Backtests sind eine entscheidende Erfolgsgrundlage. Deren Testzeitraum sollte sich über viele Jahre erstrecken. Zu beachten ist dabei die Wechselwirkung zwischen Trefferquote und Höhe der durchschnittlichen Gewinne und Verluste einer Handelsstrategie.

8)       Die Analyse fundamentaler Kennzahlen spielt beim kurzfristigen Trading keine Rolle.

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